Umundu-Festival in Dresden

Das Umundu-Festival in Dresden geht in die zweite Runde: Vom 27. Mai bis 5. Juni laufen Filme, Vorträge und Konzerte zum Thema „Nachhaltiger Konsum“. Schwerpunkt dieses Jahr ist „Nachhaltige Geldwirtschaft„, aber auch zum Thema Energiewende wird es Aktivitäten geben. So läuft am 31. Mai und am 2. Juni die „4. Revolution“ mit Unterstützung des Elbland-Forums und am 1. Juni „The power of community – How Cuba survived Peak Oil„. Am 4. Juni erweitern wir unsere Filmreihe um eine weitere Aufführung von „A Crude Awakening – The Oil Crash„. Gemeinsam mit dem Elbtaler beteiligen wir uns am 5. Juni beim Markt auf dem Martin-Luther-Platz in der Dresdner Neustadt und freuen uns darauf, mit Interessierten ins Gespräch zu kommen!

Mehr Informationen: www.umundu.de

Braucht die Energiewende Atomkraft?

Die Energiewende ist in vollem Gang. Die Zukunft wird von Erneuerbaren Energien geprägt sein. Daß Atomkraft eine wesentliche Rolle im solaren Zeitalter spielt, ist unwahrscheinlich. Nicht nur die jahrtausendelange Strahlung des Mülls sollte uns von Atomkraft abhalten, auch die begrenzte Verfügbarkeit von Uran. Genau wie Öl hat auch Uran einen Förderhöhepunkt – Peak Uran. Genau wie Öl wird auch Uran nach seinem Peak teuer und schwerer verfügbar. Je mehr Atomkraftwerke gebaut werden, umso schneller ist der Rohstoff alle. Statt in Atomkraft sollten wir deshalb in eine energetische Neuorganisation von Wirtschaft und Gesellschaft und in die Ernte erneuerbarer Energien investieren.

Campact organisiert zu diesem Thema derzeit eine Aktion. Unter dem Titel

Die Energiewende braucht keine atomare Brücke!

kann jeder sich einen Brief an den atompolitiknähesten Abgeordneten seines Wahlkreises erzeugen lassen, der diesen dazu bringen soll, seinen Standpunkt zu hinterfragen. Es kostet keine 3 Minuten…

Wer jedoch mehr Zeit investieren will oder gar anderer Meinung ist, sollte mit dieser nicht hinter dem Berg halten, sondern die Kommentar-Funktion nutzen.

A Crude Awakening auf dem Klimafestival an der TU Dresden

Am 18. Mai 2010 wird die TU-Umweltinitiative (TUUWI) in Kooperation mit dem Elbland-Forum den Film A Crude Awakening in Dresden zeigen. Im Anschluss gibt es eine Diskussion zur Frage: Wie können wir dem absehbaren Peak Oil auf lokaler Ebene entgegentreten?

Beginn: 20:30 Uhr im Kino im Kasten.

Das Klimafestival:

Dass sich was ändern muss, ist doch wohl klar! Mit vielen Aktionen, Vorträgen, Film- und Theatervorführungen und Workshops versetzen wir die Uni für eine Woche lang in Aufbruchstimmung. Rund um den Begriff Klima gibt es die Möglichkeit, sich über Zusammenhänge zu informieren, Verantwortung zu übernehmen oder einfach nur mitzumachen und Spaß zu haben. Denn Mitmachen lohnt sich: leckeres veganes und vegetarisches Essen vom Starkoch Attila Hildmann gibt es in der Mensa Bergstraße, ein Straßenfest vor dem Potthoff-Bau präsentiert die nächste Generation der klimagerechten Mobilität und für Kulturfreunde gibt es Kunst von Roland Straller sowie Abendprogramm mit drei spannenden Kinofilmen und klimafreundlichem Theater. Großes Finale ist die Klimaparty mit Live-Musik – und wer fleißig Punkte sammelt, kommt sogar kostenlos rein! Und wie? Mehr Informationen unter www.tuuwi.de



Transition Town in der GEO

Die GEO, die Zeitschrift mit dem Schwerpunkt Wissenschaft, Natur und Mensch, hat sich dem Thema Transition angenommen. Im aktuellen Heft beleuchtet ein Artikel die Aktivitäten in Totnes/UK, und wie die dortige Bürgerschaft das Leben nach dem Erdöl vorbereitet. Auf der Internetseite ist ein kurzer Abriss über die deutschen Initiativen zu finden unter dem Titel

Transition: Weniger Öl, mehr Regionales

Globales Denken und regionale Initiative

Scheitern der Weltpolitik: Der Klimagipfel von Kopenhagen ist gescheitert. Zwei Wochen lang verhandelten die Regierungen der Staaten unserer Welt um eine Einigung, um uns vor den Folgen einer globalen Klimakatastrophe zu bewahren – oder diese Folgen zumindest durch beherztes Eingreifen so weit einzudämmen, wie es derzeit noch möglich ist. Doch statt rechtlich verbindlicher Abkommen lieferte der Kopenhagener Gipfel windelweiche Versprechungen, eine Not-Einigung auf das 2-Grad-Ziel, das zwar immerhin ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber ohne Verbindlichkeit für die Initiativen und Zielsetzungen der einzelnen Staaten daherkommt.

Im Grunde sind wir genauso weit wie vorher – jeder weiß, dass der Klimawandel aufgehalten werden muss oder sollte, jeder weiß, dass wir eigentlich an einem Punkt angelangt sind, an dem uns die Zeit davonläuft, um noch etwas zu ändern. Und trotzdem kann sich die globale Politik nicht darauf einigen, an einem Strang zu ziehen, der für uns alle die letzte Rettungsleine ist, um uns aus dem Sumpf der Klimakatastrophe noch soweit herauszuziehen, dass wir wenigstens noch atmen können. mehr…

Was bedeutet Peak Oil?

Ein VideoVortrag. Bitte auf den PLAY-Button am unteren Rand drücken, um das Audio zu hören:

Bedeutet Wirtschaftswachstum gleichzeitig Wohlfahrtswachstum?

Und weist damit ein wachsendes BIP auf Wohlfahrtszuwachs in einer Gesellschaft  hin?

Diese Frage verneinen Wissenschaftler bereits seit Jahrzehnten – Politik will mit einer konsequenten Antwort darauf aber Frankreichs Präsident Sarkozy betreiben. In einer Pressemeldung vom 15. September 2009 („Wirtschaftsleistung anders messen“, FAZ) heißt es, „In der ganzen Welt glauben die Bürger, dass man sie anlügt“.

So sei es gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise notwendig, die klassischen Wirtschaftsindikatoren wie das BIP zu modifizieren oder eine neue Berechnungsmethode der Wirtschaftsleistung einzusetzen. So führten z.B. Naturkatastrophen oder Umweltverschmutzung nicht zu einer Minderung des BIP, obwohl Umwelt, Lebewesen und Werte vernichtet werden, sondern vielmehr zu dessen Erhöhung, da Reparaturausgaben entstünden.

Eine zu diesem Zweck bereits 2007 eingesetzte Kommission, u.a. unter Leitung des Nobelpreisträgers Joseph Stieglitz, hat nun den Vorschlag eines „Nettonationalproduktes“ als neue Kennzahl vorgeschlagen, die alle Arten von Kapital berücksichtigen soll, die zur Produktion von Waren und Dienstleistungen beitragen. So auch Humankapital, die Qualität der Gesundheitsversorgung und eben auch Umweltkapital, das zur Wertschöpfung erheblich beiträgt. Ebenso sollen Wohlfahrtsaspekte wie die Einkommensverteilung stärker herausgestellt werden.

Der Ökonom Hans Diefenbacher, Professor an der Universität Heidelberg und Beauftragter des Rates der Evang. Kirche in Deutschland für Umweltfragen, beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit mit Alternativmaßen, insb. mit dem Index of Sustainable Development (ISEW), dem Index für nachhaltiges Wirtschaften. Zusammen mit Roland Zieschank, Forschungsstelle Umweltpolitik an der FU Berlin, entwickelt er derzeit im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes einen „Nationalen Wohlfahrtsindex“ (NWI), der, an dem ISEW orientiert, über die reine Produktion von Gütern hinaus die Einkommensverteilung berücksichtigt, Hausarbeit und ehrenamtliche Arbeit erfasst und die Kosten von ökologischen Schäden und unumkehrbaren Naturverbrauch abzieht. Erste Ergebnisse zur Indexentwicklung sowie zu den weiteren Schritten hin zu einer möglichen Umsetzung zeigt die Dokumentation des ersten Workshops am 22.01.2009 im Bundesumweltministerium.

Dass die Politik sich nun eines Themas annimmt, das in der wissenschaftlichen Fachwelt und in problembewussten alternativen Bewegungen bereits seit Jahrzehnten diskutiert wird, ist einerseits die Erkenntnis, dass sich gesellschaftliche Wertschöpfung unzureichend in Kennzahlen wie dem BIP abbildet und dass sich andererseits das  BIP als Maß für die Wohlfahrtsentwicklung einer Gesellschaft ungerechtfertigter Weise festgesetzt hat. Beide Erkenntnisse wurden durch die wachsenden sozialen Unterschiede, durch die Wirtschafts- und Finanzkrise und den Klimawandel mit betrieben und können somit als beginnender Ideologiewandel weg von einem reinen Wachstumsgedanken gewertet werden. Denn eines ist klar: Würde neben dem BIP – oder vielleicht sogar als Alternativmaß anstelle des BIP – ein Wohlfahrtsindex gesetzt, der regelmäßig erhoben würde, dann muss sich Politik in ihrem Handeln auch an ihm orientieren. Denn sie würde an seiner Entwicklung gemessen werden.

Interview mit Prof. Hans Diefenbacher  (der freitag, 23.04.2009)

Ansätze auf internationaler politischer Ebene

Begriffslexikon Wirtschaft

Stellen Sie sich München energieautark und ökologisch vor…

Das wird 2015 nicht mehr nur Vision, sondern Realität sein.

Zumindest für die privaten Haushalte der Stadt, die bis dahin allesamt aus Wind-, Sonne- und Wasserkraft und Biomasse versorgt werden sollen. Bis 2025 auch die ansässigen Unternehmen, die als größte Abnehmergruppe von Strom gelten.  Dies ist das erklärte Ziel der rot-grünen Stadtregierung und steht als erstes konkretes Projekt für viele andere Kommunen, die eine eigene dezentrale und ökologische Energieversorgung in Planung haben.

Hintergrund dieser „neuen Öko-Bewegung deutscher Städte“ ist die Liberalisierung im Strommarkt, die für viele Kommunen ein Aufbruchsignal für mehr Unabhängigkeit und Ökologie in der Stromproduktion und -versorgung bedeutet. Die dezentrale Produktion von Strom muss in Deutschland ab 2020 zu mindestens 30% aus erneuerbaren Energien stammen.

Weitere Städte wie Hamburg, Düsseldorf, Kassel, Augsburg und Freiburg – um nur die größten zu nennen – planen über ihre eigenen Stadtwerke Energie zu erzeugen und ihren Bürgern und ansässigen Unternehmen zu 100% Strom aus erneuerbaren Energien anzubieten. Energieautarkie ist ihr erklärtes Ziel und dies wird  in Zukunft nur ökologisch möglich sein.

Zum Artikel in der FAZ: Die neue Öko-Bewegung der Städte

Ein Plädoyer für einen kulturellen Aufbruch in der Klimapolitik

Claus Leggewie beschäftigt sich als Politikwissenschaftler, als Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen und als Mitglied des wissenschaftlichen Beirates ‚Globale Umweltveränderungen‘ der Bundesregierung, u.a. mit der in Deutschland herrschenden Klimakultur – oder besser gesagt, mit einer zu schaffenden Klimakultur.

Denn, so konstatiert er, Deutschland drohe allein und im Verbund mit der EU und den westlichen Staaten insgesamt, ein auf der Stelle treten in der Klimapolitik. Und dies habe viel mit dem Zustand unserer Demokratie zu tun.

Das Feilschen und Handeln um Zielverpflichtungen, Reduktionsziele und Aktionsprogramme wird zwischen politischen Aushandlungsprozessen zerrieben, die von sich zersplitternden und in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung abnehmenden politischen Parteien und starken Lobbygruppen geprägt sind. Beide genügen sich umso mehr, als sie um ihr eigenes Gewicht und ihr Überleben kämpfen müssen. Für eine aktivierende Klimapolitik, wie sie Leggewie visions- und vor allem gesellschaftstragend fordert, ist da kein Platz.

Leggewie stellt deshalb die provokante Frage: Haben uns Diktatoren beim Klimaschutz etwas voraus? Und findet die Antwort in der Bürgerschaft als längst überfälligen Gestalter einer neuen Klimakultur.

Zum Artikel: Schönwetter-Demokraten von Claus Leggewie bei der ZEIT

Ein Kommentar zum Desertec-Projekt

Es ist begrüßenswert, daß die alteingesessenen Energiekonzerne sich mit dem Desertec-Projekt intensiv mit erneuerbaren Energien befassen. Die Idee, die Sonneneinstrahlung in Afrika zu nutzen macht grundsätzlich Sinn. Dennoch ist diesem Projekt mit einer gewissen Skepsis zu begegnen, denn jahrelang spielten neue Art der Energieversorgung bei den Stromkonzernen nur eine untergeordnete Rolle, vielmehr wurde die „Cash Cow“ gemolken – auf Kosten des Klimas und des Verbrauchers, der sich einem Oligopol weniger Energieerzeuger gegenübersah.

Wenn nun ein Projekt gestartet wird, welches 17% des europäischen Stroms aus Sonnenenergie produzieren könnte, kann man nur hoffen, daß dies auch geschieht. Und zwar in enger Zusammenarbeit mit den afrikanischen Regionen, deren Land man für das Projekt nutzen möchte. Daß drei Jahre Planungen (mit ungewissem Ausgang) nötig sind verwundert bei der Größenordnung einer geschätzten Investitionssumme von 400 Milliarden Euro nicht. Diese Herangehensweise ist jedoch dem größer-schneller-weiter-Denken des 20. Jahrhunderts geschuldet, welches sich weiterhin in Politik und Konzernen wiederfindet. Die Planung und Realisierung einer Photovoltaik-Anlage auf einem Dach oder einer Freifläche geht weitaus schneller vonstatten. Es sind weniger finanzielle Mittel nötig und es entstehen durch viele kleine Anlage dezentrale Strukturen, die die Macht von Energieerzeugung und -verkauf verteilen statt sie zu konzentrieren. Gefährlich wird es, wenn die 3 Jahre Bedenkzeit dazu genutzt werden, die veraltete Atomtechnik wiederzubeleben oder – wie von Klimasünder Vattenfall bevorzugt – in die Kohlendioxid-Verpressung (neudeutsch „CCS“) einzusteigen. Kohleverbrennung stellt ein Risiko fürs Klima dar, Kohlendioxid-Abscheidung stellt ein unkalkulierbares Risiko für die Zukunft dar, denn was passiert, wenn das ins Erdinnere geleitete Gas ausbricht? Jahrtausendelang werden wir uns mit der Sicherung dieser CO2-Endlager befassen müssen.

Es gilt: Warten, bis „Desertec“ beschlossene Sache ist, reicht nicht! Es ist ungewiss, ob das Projekt kommt. Es ist ungewiss, wo die langen Stromleitungen langlaufen werden (prognostizierter Verlust beim Energietransport: 15%), es ist ungewiss, wie viele Milliarden die großen Konzerne als Subventionen einfordern werden. Die Abhängigkeit von wenigen großen Lieferanten bliebe bestehen, allein dieses eine Projekt würde eine Markt-Macht von 17% bekommen – sicherlich einer der Gründe, warum man auf den Chef-Etagen darüber nachdenkt!

Wir plädieren dafür, unabhängig von den Planungen der Großen weiterhin die dezentrale Energieerzeugung in Europa und dem Rest der Welt voranzutreiben: Mit kleinen Anlagen auf Hausdächern und Freiflächen, mit Windkraft wo es sinnvoll ist, mit einem Mix aus Wasserkraft und Erdwärme. Und bei all dem sollte nicht vergessen werden: Der Energieverbrauch der entwickelten Industrienationen liegt um ein Vielfaches höher als jener von Menschen in den sich entwickelnden Ländern. Wer immer nur an Europa denkt, wird in der globalen Frage von Energie und Klima zu kurz denken.