Transition Town in der GEO

Die GEO, die Zeitschrift mit dem Schwerpunkt Wissenschaft, Natur und Mensch, hat sich dem Thema Transition angenommen. Im aktuellen Heft beleuchtet ein Artikel die Aktivitäten in Totnes/UK, und wie die dortige Bürgerschaft das Leben nach dem Erdöl vorbereitet. Auf der Internetseite ist ein kurzer Abriss über die deutschen Initiativen zu finden unter dem Titel

Transition: Weniger Öl, mehr Regionales

Aktuelles: Filmtour März bis Juni 2010

Das ELBLAND-FORUM präsentiert in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Sachsen den Film

“The Oil Crash. A Crude Awakening”

Auf unserer Filmtour durch den Landkreis Meißen möchten wir mit Ihnen und unseren Gästen zur Frage Wie wollen wir leben, wenn das Öl knapp wird? ins Gespräch kommen und unsere Initiative der Energieregion Elbland vorstellen.

Diskutieren Sie mit uns darüber, wie wir künftig Energie gewinnen, produzieren und verbrauchen wollen, was eine Energiewende in unserer Region bedeuten kann und inwieweit jeder selbst oder gemeinsam mit anderen aktiv werden kann!

Inhalt: In wenigen Jahrzehnten werden die die Ölreserven der Welt aufgebraucht sein. Was geschieht dann? Dieser Frage gehen der Schweizer Basil Gelpke und der Ire Ray McCormack in ihrem Dokumentarfilm The Oil Crash nach. Rasant und mittels eindrücklichen Bildmaterials reihen sie Fakten aneinander, rollen die kurze Geschichte des Ölzeitalters auf und sagen unserem modernen Leben, das auf allen Ebenen durch das schwarze Gold bestimmt ist, eine düstere Zukunft voraus.

Die Fragestellung ist nicht neu, aber die präsentierten Zusammenhänge sind so überzeugend dargestellt und alarmierend zugleich, dass man sich ihnen nur schwer entziehen kann.

Unsere nächste Filmstation:

Lommatzsch OT Barmenitz · Pension Zieger · Barmenitz Nr. 1 · 19.04.2010 · 19 Uhr

Unsere Filmtourstationen und Gäste im Überblick

Unser Flyer zur Filmtour




Filmstation Lommatzsch

Zeit: 19.04.2010, 19 Uhr

Ort: Lommatzsch · Pension Zieger, Barmenitz Nr. 1

Wir diskutieren im Anschluss folgendes Projekt:

Seit 2007 betreibt die Agrargenossenschaft «Lommatzscher Pflege» eG eine Biogasanlage, die nicht nur Strom aus lokal anfallender Biomasse produziert, sondern über anfallende Abwärme auch eine dezentrale Wärmeversorgung ermöglicht. Wie diese Unternehmung im Betrieb der Genossenschaft verankert ist, wie Biomasse zu Strom wird und welche Potentiale Biomassenutzung hat, wird Wolfgang Grübler, der Geschäftsführer der Agrargenossenschaft vorstellen.

Globales Denken und regionale Initiative

Scheitern der Weltpolitik: Der Klimagipfel von Kopenhagen ist gescheitert. Zwei Wochen lang verhandelten die Regierungen der Staaten unserer Welt um eine Einigung, um uns vor den Folgen einer globalen Klimakatastrophe zu bewahren – oder diese Folgen zumindest durch beherztes Eingreifen so weit einzudämmen, wie es derzeit noch möglich ist. Doch statt rechtlich verbindlicher Abkommen lieferte der Kopenhagener Gipfel windelweiche Versprechungen, eine Not-Einigung auf das 2-Grad-Ziel, das zwar immerhin ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber ohne Verbindlichkeit für die Initiativen und Zielsetzungen der einzelnen Staaten daherkommt.

Im Grunde sind wir genauso weit wie vorher – jeder weiß, dass der Klimawandel aufgehalten werden muss oder sollte, jeder weiß, dass wir eigentlich an einem Punkt angelangt sind, an dem uns die Zeit davonläuft, um noch etwas zu ändern. Und trotzdem kann sich die globale Politik nicht darauf einigen, an einem Strang zu ziehen, der für uns alle die letzte Rettungsleine ist, um uns aus dem Sumpf der Klimakatastrophe noch soweit herauszuziehen, dass wir wenigstens noch atmen können. mehr…

Was bedeutet Peak Oil?

Ein VideoVortrag. Bitte auf den PLAY-Button am unteren Rand drücken, um das Audio zu hören:

Bedeutet Wirtschaftswachstum gleichzeitig Wohlfahrtswachstum?

Und weist damit ein wachsendes BIP auf Wohlfahrtszuwachs in einer Gesellschaft  hin?

Diese Frage verneinen Wissenschaftler bereits seit Jahrzehnten – Politik will mit einer konsequenten Antwort darauf aber Frankreichs Präsident Sarkozy betreiben. In einer Pressemeldung vom 15. September 2009 (“Wirtschaftsleistung anders messen”, FAZ) heißt es, “In der ganzen Welt glauben die Bürger, dass man sie anlügt”.

So sei es gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise notwendig, die klassischen Wirtschaftsindikatoren wie das BIP zu modifizieren oder eine neue Berechnungsmethode der Wirtschaftsleistung einzusetzen. So führten z.B. Naturkatastrophen oder Umweltverschmutzung nicht zu einer Minderung des BIP, obwohl Umwelt, Lebewesen und Werte vernichtet werden, sondern vielmehr zu dessen Erhöhung, da Reparaturausgaben entstünden.

Eine zu diesem Zweck bereits 2007 eingesetzte Kommission, u.a. unter Leitung des Nobelpreisträgers Joseph Stieglitz, hat nun den Vorschlag eines “Nettonationalproduktes” als neue Kennzahl vorgeschlagen, die alle Arten von Kapital berücksichtigen soll, die zur Produktion von Waren und Dienstleistungen beitragen. So auch Humankapital, die Qualität der Gesundheitsversorgung und eben auch Umweltkapital, das zur Wertschöpfung erheblich beiträgt. Ebenso sollen Wohlfahrtsaspekte wie die Einkommensverteilung stärker herausgestellt werden.

Der Ökonom Hans Diefenbacher, Professor an der Universität Heidelberg und Beauftragter des Rates der Evang. Kirche in Deutschland für Umweltfragen, beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit mit Alternativmaßen, insb. mit dem Index of Sustainable Development (ISEW), dem Index für nachhaltiges Wirtschaften. Zusammen mit Roland Zieschank, Forschungsstelle Umweltpolitik an der FU Berlin, entwickelt er derzeit im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes einen “Nationalen Wohlfahrtsindex” (NWI), der, an dem ISEW orientiert, über die reine Produktion von Gütern hinaus die Einkommensverteilung berücksichtigt, Hausarbeit und ehrenamtliche Arbeit erfasst und die Kosten von ökologischen Schäden und unumkehrbaren Naturverbrauch abzieht. Erste Ergebnisse zur Indexentwicklung sowie zu den weiteren Schritten hin zu einer möglichen Umsetzung zeigt die Dokumentation des ersten Workshops am 22.01.2009 im Bundesumweltministerium.

Dass die Politik sich nun eines Themas annimmt, das in der wissenschaftlichen Fachwelt und in problembewussten alternativen Bewegungen bereits seit Jahrzehnten diskutiert wird, ist einerseits die Erkenntnis, dass sich gesellschaftliche Wertschöpfung unzureichend in Kennzahlen wie dem BIP abbildet und dass sich andererseits das  BIP als Maß für die Wohlfahrtsentwicklung einer Gesellschaft ungerechtfertigter Weise festgesetzt hat. Beide Erkenntnisse wurden durch die wachsenden sozialen Unterschiede, durch die Wirtschafts- und Finanzkrise und den Klimawandel mit betrieben und können somit als beginnender Ideologiewandel weg von einem reinen Wachstumsgedanken gewertet werden. Denn eines ist klar: Würde neben dem BIP – oder vielleicht sogar als Alternativmaß anstelle des BIP – ein Wohlfahrtsindex gesetzt, der regelmäßig erhoben würde, dann muss sich Politik in ihrem Handeln auch an ihm orientieren. Denn sie würde an seiner Entwicklung gemessen werden.

Interview mit Prof. Hans Diefenbacher  (der freitag, 23.04.2009)

Ansätze auf internationaler politischer Ebene

Begriffslexikon Wirtschaft

Stellen Sie sich München energieautark und ökologisch vor…

Das wird 2015 nicht mehr nur Vision, sondern Realität sein.

Zumindest für die privaten Haushalte der Stadt, die bis dahin allesamt aus Wind-, Sonne- und Wasserkraft und Biomasse versorgt werden sollen. Bis 2025 auch die ansässigen Unternehmen, die als größte Abnehmergruppe von Strom gelten.  Dies ist das erklärte Ziel der rot-grünen Stadtregierung und steht als erstes konkretes Projekt für viele andere Kommunen, die eine eigene dezentrale und ökologische Energieversorgung in Planung haben.

Hintergrund dieser “neuen Öko-Bewegung deutscher Städte” ist die Liberalisierung im Strommarkt, die für viele Kommunen ein Aufbruchsignal für mehr Unabhängigkeit und Ökologie in der Stromproduktion und -versorgung bedeutet. Die dezentrale Produktion von Strom muss in Deutschland ab 2020 zu mindestens 30% aus erneuerbaren Energien stammen.

Weitere Städte wie Hamburg, Düsseldorf, Kassel, Augsburg und Freiburg – um nur die größten zu nennen – planen über ihre eigenen Stadtwerke Energie zu erzeugen und ihren Bürgern und ansässigen Unternehmen zu 100% Strom aus erneuerbaren Energien anzubieten. Energieautarkie ist ihr erklärtes Ziel und dies wird  in Zukunft nur ökologisch möglich sein.

Zum Artikel in der FAZ: Die neue Öko-Bewegung der Städte

Ein Plädoyer für einen kulturellen Aufbruch in der Klimapolitik

Claus Leggewie beschäftigt sich als Politikwissenschaftler, als Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen und als Mitglied des wissenschaftlichen Beirates ‚Globale Umweltveränderungen‘ der Bundesregierung, u.a. mit der in Deutschland herrschenden Klimakultur – oder besser gesagt, mit einer zu schaffenden Klimakultur.

Denn, so konstatiert er, Deutschland drohe allein und im Verbund mit der EU und den westlichen Staaten insgesamt, ein auf der Stelle treten in der Klimapolitik. Und dies habe viel mit dem Zustand unserer Demokratie zu tun.

Das Feilschen und Handeln um Zielverpflichtungen, Reduktionsziele und Aktionsprogramme wird zwischen politischen Aushandlungsprozessen zerrieben, die von sich zersplitternden und in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung abnehmenden politischen Parteien und starken Lobbygruppen geprägt sind. Beide genügen sich umso mehr, als sie um ihr eigenes Gewicht und ihr Überleben kämpfen müssen. Für eine aktivierende Klimapolitik, wie sie Leggewie visions- und vor allem gesellschaftstragend fordert, ist da kein Platz.

Leggewie stellt deshalb die provokante Frage: Haben uns Diktatoren beim Klimaschutz etwas voraus? Und findet die Antwort in der Bürgerschaft als längst überfälligen Gestalter einer neuen Klimakultur.

Zum Artikel: Schönwetter-Demokraten von Claus Leggewie bei der ZEIT

Ein Kommentar zum Desertec-Projekt

Es ist begrüßenswert, daß die alteingesessenen Energiekonzerne sich mit dem Desertec-Projekt intensiv mit erneuerbaren Energien befassen. Die Idee, die Sonneneinstrahlung in Afrika zu nutzen macht grundsätzlich Sinn. Dennoch ist diesem Projekt mit einer gewissen Skepsis zu begegnen, denn jahrelang spielten neue Art der Energieversorgung bei den Stromkonzernen nur eine untergeordnete Rolle, vielmehr wurde die “Cash Cow” gemolken – auf Kosten des Klimas und des Verbrauchers, der sich einem Oligopol weniger Energieerzeuger gegenübersah.

Wenn nun ein Projekt gestartet wird, welches 17% des europäischen Stroms aus Sonnenenergie produzieren könnte, kann man nur hoffen, daß dies auch geschieht. Und zwar in enger Zusammenarbeit mit den afrikanischen Regionen, deren Land man für das Projekt nutzen möchte. Daß drei Jahre Planungen (mit ungewissem Ausgang) nötig sind verwundert bei der Größenordnung einer geschätzten Investitionssumme von 400 Milliarden Euro nicht. Diese Herangehensweise ist jedoch dem größer-schneller-weiter-Denken des 20. Jahrhunderts geschuldet, welches sich weiterhin in Politik und Konzernen wiederfindet. Die Planung und Realisierung einer Photovoltaik-Anlage auf einem Dach oder einer Freifläche geht weitaus schneller vonstatten. Es sind weniger finanzielle Mittel nötig und es entstehen durch viele kleine Anlage dezentrale Strukturen, die die Macht von Energieerzeugung und -verkauf verteilen statt sie zu konzentrieren. Gefährlich wird es, wenn die 3 Jahre Bedenkzeit dazu genutzt werden, die veraltete Atomtechnik wiederzubeleben oder – wie von Klimasünder Vattenfall bevorzugt – in die Kohlendioxid-Verpressung (neudeutsch “CCS”) einzusteigen. Kohleverbrennung stellt ein Risiko fürs Klima dar, Kohlendioxid-Abscheidung stellt ein unkalkulierbares Risiko für die Zukunft dar, denn was passiert, wenn das ins Erdinnere geleitete Gas ausbricht? Jahrtausendelang werden wir uns mit der Sicherung dieser CO2-Endlager befassen müssen.

Es gilt: Warten, bis “Desertec” beschlossene Sache ist, reicht nicht! Es ist ungewiss, ob das Projekt kommt. Es ist ungewiss, wo die langen Stromleitungen langlaufen werden (prognostizierter Verlust beim Energietransport: 15%), es ist ungewiss, wie viele Milliarden die großen Konzerne als Subventionen einfordern werden. Die Abhängigkeit von wenigen großen Lieferanten bliebe bestehen, allein dieses eine Projekt würde eine Markt-Macht von 17% bekommen – sicherlich einer der Gründe, warum man auf den Chef-Etagen darüber nachdenkt!

Wir plädieren dafür, unabhängig von den Planungen der Großen weiterhin die dezentrale Energieerzeugung in Europa und dem Rest der Welt voranzutreiben: Mit kleinen Anlagen auf Hausdächern und Freiflächen, mit Windkraft wo es sinnvoll ist, mit einem Mix aus Wasserkraft und Erdwärme. Und bei all dem sollte nicht vergessen werden: Der Energieverbrauch der entwickelten Industrienationen liegt um ein Vielfaches höher als jener von Menschen in den sich entwickelnden Ländern. Wer immer nur an Europa denkt, wird in der globalen Frage von Energie und Klima zu kurz denken.

Der WWF-Weltklimarechner: Gestalten Sie das Klima von morgen!

Das Weltklima beeinflusst ohne Zweifel auch unsere regionalen Lebens- und Arbeitsweisen und macht uns von Entwicklungen abhängig, die zwar einserseits vom Verhalten jedes einzelnen Menschen auf der Welt abhängen, andererseits aber von der Realpolitik der einzelnen Nationalstaaten bestimmt werden. Noch in diesem Jahr will sich die Staatengemeinschaft auf einer UN-Klimakonferenz zu einem Nachfolger zum Kyoto-Protokoll abstimmen, das 2012 auslaufen wird. In dessen Mittelpunkt wird die weitere Senkung der weltweiten Treibhausgasemissionen stehen, um die Erderwärmung auf max. 2 Grad Celsius zu begrenzen. Diesem globalen Ziel muss sich jedes Land mit nationalen Reduktionszielen verpflichten.

Der WWF (World Wide Fund For Nature) veranschaulicht mit seinem interaktiven Weltklimarechner verschiedene Szenarien der Weltklimaveränderungen in Abhängigkeit davon, ob sich eine Auswahl der ausstoßrelevanten Staaten, bzw. Staatengemeinschaften wie der EU, zum Handeln verpflichtet oder weiter verhält wie bisher.

Gestalten Sie das Klima von morgen!

Finden Sie heraus, welche Staaten um wieviel % ihre Treibhausgasemissionen senken müssten, um die Erderwärmung unter 2 Grad Celcius zu halten und auf wieviel Grad Celsius die Temperatur steigen würde, wenn wir weiter handeln wie bisher.


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