Ein Plädoyer für einen kulturellen Aufbruch in der Klimapolitik
Claus Leggewie beschäftigt sich als Politikwissenschaftler, als Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen und als Mitglied des wissenschaftlichen Beirates ‚Globale Umweltveränderungen‘ der Bundesregierung, u.a. mit der in Deutschland herrschenden Klimakultur – oder besser gesagt, mit einer zu schaffenden Klimakultur.
Denn, so konstatiert er, Deutschland drohe allein und im Verbund mit der EU und den westlichen Staaten insgesamt, ein auf der Stelle treten in der Klimapolitik. Und dies habe viel mit dem Zustand unserer Demokratie zu tun.
Das Feilschen und Handeln um Zielverpflichtungen, Reduktionsziele und Aktionsprogramme wird zwischen politischen Aushandlungsprozessen zerrieben, die von sich zersplitternden und in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung abnehmenden politischen Parteien und starken Lobbygruppen geprägt sind. Beide genügen sich umso mehr, als sie um ihr eigenes Gewicht und ihr Überleben kämpfen müssen. Für eine aktivierende Klimapolitik, wie sie Leggewie visions- und vor allem gesellschaftstragend fordert, ist da kein Platz.
Leggewie stellt deshalb die provokante Frage: Haben uns Diktatoren beim Klimaschutz etwas voraus? Und findet die Antwort in der Bürgerschaft als längst überfälligen Gestalter einer neuen Klimakultur.
Zum Artikel: Schönwetter-Demokraten von Claus Leggewie bei der ZEIT
07. August 2009
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